Portrait+ Review – Ein Bildbearbeitungsprogramm für Portraits

Portrait+, Portrait-Optimierung im Test

Warum Portrait+? Da ich jedes Jahr mehrere Tausend Portrait-Bilddateien optimiere, liegt es nahe, mittels einer Software speziell für Portraitfotografen Optimierungen effektiver durchzuführen.

Effektiv bedeutet für mich, dass das Bildergebnis qualitativ sehr gut sein muss und dass es schneller gehen muss als wenn ich per Hand in Photoshop die Optimierungen durchführe.

Installation

Die Installation erfolgt über die website als Download. Das Programm installiert sich innerhalb kurzer Zeit und ist dann einsatzbereit. Es gibt die Möglichkeit, das Programm erst zu testen ohne es zu kaufen. Ist es installiert, ist es automatisch in photoshop unter “Filter” in dem Punkt “arcsoft” integriert.

http://www.arcsoft.com/portraitplus/de/tutorials.html

portrait+Der Hersteller stellt auf der gleichen Seite Handbücher in Form von kurzen Videofilmen zur Verfügung.

Da ich auf das Programm sehr gespannt war, habe ich zuerst ohne die Lehrfilme das Programm intuitiv erkundet, was auch sehr gut geklappt hat.

Aufbau des Programms

Bei Programmstart erscheint der Startbildschirm. Hier habe ich im Prinzip zwei Möglichkeiten (drei, wenn ich die mitgelieferten Beispieldateien bearbeiten möchte):

1. Ich wähle die Schaltfläche „Fotos auswählen“ oder ich wähle
2. die Schaltfläche „Ordner auswählen“ und alle Fotodateien im Ordner werden in Portrait+ geöffnet

Alternativ ziehe ich die gewählten Fotodateien oder den Order vom windows explorer in das Programmfenster von Portrait+. Somit wird es auch in Portrait+ geöffnet.

Funktionsumfang

Das Menü

Oben in der Menüleiste gibt es die Menüs:
Datei, Bearbeiten, Ansicht, Aktivieren, Hilfe.

Bei Datei kann ich zusätzliche Fotodateien bzw. Ordner öffnen. Es gibt Einstellmöglichkeiten, z.B. kann mittels Tastenkürzels die Ansichtsgröße verstellt werden. Unter Hilfe kann man z.B. die Tastenkürzel einsehen. Und auch zur Online Hilfe surfen.

Bedienung

Die Portrait Bildoptimierung nehme ich fast ausschließlich im rechten Bereich vor.
Die beiden Punkte heißen „Voreinstellung“ und „Bearbeiten“.

Der Bereich Voreinstellung

Unter Voreinstellung kann man bereits definierte Aktionen verwenden. Portrait+Dabei kann man per Mausklick die Aktionen auf alle geladenen Bilddateien anwenden oder man stellt für jede geladene Bilddatei per Bearbeiten oder per Voreinstellung ein.

Fährt man mit dem Mauszeiger über den linken Teil der Schaltfläche, so werden die einzelnen Schritte innerhalb der Aktion angezeigt.

Der Bereich „Bearbeiten“ auf der rechten Seite.

Hier werden alle Feineinstellungen vorgenommen. Habe ich einmal meine Feineinstellungen vorgenommen, so kann ich alle diese Einstellungen als Aktion speichern. Diese tauchen dann unter „Voreinstellung“ mit dem von mir gewählten Namen auf. Das verkürzt die Arbeitszeit für nachfolgende Objekte erheblich.

Die Punkte unter „Bearbeiten“ im rechten Menü:

Einstellungen Portrait+Hauptpunkt Gesichtsmagie

Hierunter fallen vier Unterpunkte.
- Man kann den Hautbereich anpassen.
Also dem Programm mitteilen, wo noch Haut ist, sofern das Programm nicht alles erkannt haben sollte. Nur wenn alles an Haut erfasst ist, können auch die Optimierungen greifen, die dafür vorgesehen sind.
- Weichzeichnen: Per Schieberegler.
- Hautton ändern. Auswählen aus einem Farbbereich, frei einstellbar per Maus.
- Haut aufhellen: Per Schieberegler kann man exakt einstellen.

Hauptpunkt Verbesserungen

- Augenringe können reduziert oder gar eliminiert werden,
- Hautflecken, Hautunreinheiten können per Fleckenentfernung beseitigt werden. Entweder automatisch, was gut funktioniert oder manuel stempeln.
- Augen aufhellen. Wiederum stufenlos durch Schieberegler einstellbar.
- Ein Lächeln des Portraitierten kann erzeugt oder verstärkt werden.
- Wangen heben: Natürlich auch per Feinjustierung und Regler
- Augen vergrößern sowie
- Nase verbessern sowie
- Schein entfernen oder besser gesagt, ein Glänzen auf der Haut verringern sowie
- Zähne weißen werden wiederum per Schieberegler eingestellt.

Hauptpunkt Make Up

Mit den Werkzeugen des dritten und letzten Hauptpunkts „Make-Up“ hat der Nutzer vielfältige Möglichkeiten, auf einfache Art und Weise professionell beim Schminken zu optimieren.

-So gibt es viele Muster, aus denem man beim Unterpunkt Schamröte wählen kann. Natürlich ist die Farbe beliebig einstellbar, ebenso die Intensität.
- Der Lippenstift kann verstärkt werden oder auch  erstmals zum Einsatz kommen.
- Man kann farbige Kontaktlinsen jeglicher Couleur und Intensität einsetzen, die Augenfarbe bestimmen, sogar Wimpern lassen sich dank der großen Wimpernformenauswahl nachträglich anbringen oder verstärken.

Sperren, Anpassen, Vorher-Nachher

Unten rechts befinden sich drei weitere Symbole:
- Mittels des ersten kann ich einzelne Gesichter in einem Bild sperren. Das heißt, diese werden dann nicht bearbeitet. Die erkannten Gesichter werden unter dem Bild angezeigt. So kann man zwischen den einzelnen Gesichtern hin und her springen und hier sperren oder gegebenenfalls Veränderungen an der Erkennung vornehmen.
Mit dem zweiten Symbol werden die Punkte der automatischen Gesichtserkennung eingeblendet. Diese einzelnen Segmente sind notwendig, damit das Programm weiß, welche Fläche zu den Augenbrauen, Mund, zur Nase usw. gehört und was genau z.B. geschminkt werden soll. Es besteht die Möglichkeit, diese Punkte und damit die Flächen für die einzelnen Gesichtspartien zu verändern. So könnte man z.B. die Lippen mit dem Lippenstift überschminken.

Das dritte Symbol bringt einen Vorher-Nachher-Vergleich mit zwei Bildern auf den Monitor.

Portrait+ in der Praxis

Ich habe einige Fotoserien mit Portrait+ bearbeitet. Die Gesichtserkennung verlief sehr gut. Bei Seitenansichten kann es Probleme geben, weshalb man bei einer Stapelverarbeitung nicht wahllos alle Werkzeuge benutzen sollte.

Hierbei kamen folgende Einstellungen vor:
Weichzeichnen, ca. 10. Das gleiche gilt für die Beseitigung der Hautunreinheiten und der Augenringe. Eventuell noch eine kleine Aufhellung von Zähnen und gegebenenfalls den Regler „Glanz“, also das Glänzen im Gesicht verringern.

Meine Kunden waren von den Ergebnissen begeistert. Allerdings hatte ich immer bestimmte Funktionen eingesetzt und diese auch nur sehr moderat.

Vorteile des Programms:

Zeitersparnis im Vergleich zu photoshop, wenn man die Aktionen selbst macht.
Man hat viele Werkzeuge zur Verfügung (die man mit Bedacht einsetzen sollte).
Dabei viele und fein dosierbare Einstellmöglichkeiten.
Man kann eigene Aktionen erstellen und abspeichern.
Übersichtliche Gestaltung des Programms.
Einfach und intuitiv zu benutzen.
Durch die einfache Batchverarbeitung kann man Portraits bearbeiten, die man vorher nicht bearbeitet hätte, z.B. leichtes Weichzeichnen durch die automatische Erkennung.

Nachteile:

Da es ein – wenn auch ein kleiner, zusätzlicher Arbeitsgang ist, dauert der Workflow natürlich länger. Schön wäre es, wenn es eine Möglichkeit gäbe, bereits im Adobe RAW Konverter Portrait+ einzusetzen.

Quintessenz:

Wie so oft, hängt bei solch einem Programm sehr viel vom Nutzer ab. Das Bildergebnis muss natürlich aussehen und der Portraitierte soll sich selbst wiedererkennen. .
Einige Einstellungen eignen sich nur für einzelne Bilder/ Ausstellungsbilder und nicht für die Serienfertigung. Hier ist der gute Geschmack des Nutzers gefragt, denn nicht jede mögliche Funktion passt zum Typ des Modells.

Portrait+ erfüllt meine Erwartungen an ein hilfreiches Portrait-Bearbeitungsprogramm. Es ist sehr gut aufgebaut und man ist nach einer kurzen Kennenlernphase schnell mit dem Programm vertraut. Gut ist, dass man alles kontrollieren kann und dass das Programm nicht von sich aus noch zusätzlich etwas macht. Es macht Spaß, weil man die Optimierungen schnell und unkompliziert produzieren kann.

Für meine Eventshootings kommt Portrait+ sehr gut in Frage, insbesondere in den Bereichen Hochzeitsfotografie und Portrait. Dank der Batchverarbeitung geht es schnell, Hunderte von Dateien mit meinen Aktionen in Portrait+ zu optimieren.

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